Die erste richtige Reise mit Baby

Sonnenverbrandte Touris liegen mit Bier im Plastikbecher am Pool, aus den Boxen dröhnt lauthals Musik, Animateure tanzen den Clubtanz, dicke Menschen drängen sich vorm Buffet und laden sich tonnenweise Billigfleisch, Wurst und Pommes auf ihre Teller. Gesundes, frisches Essen? Fehlanzeige. Das war unser erster Eindruck von unserem Pauschalurlaub auf Rhodos. Oh Gott, was hatten wir nur getan? Willkommen in der Welt des Plastikarmbändchens….

Die ersten Stunden im Hotel waren ein kleiner Schock. Kulturschock mal ganz anders. Die ersten Tage merkten wir nicht mal, dass wir uns in einem anderen Land befanden. Alle sprachen deutsch, und der Ort war ein typischer Touristenort. Authentische, griechische Atmosphäre suchten wir vergebens.

Frida brauchte etwas Zeit, um sich an die neue Umgebung und das andere Klima zu gewöhnen. Robert und ich passten uns aber verhältnismäßig schnell an. (Ist wohl ein kleiner positiver Nebeneffekt, wenn man so viel reist). Nach zwei Tagen fanden wir es sogar ganz ok. Nee, wirklich: Pauschaltourismus hat auch seine guten Seiten. Sich um nichts zu kümmern, faul sein, nicht kochen, nicht aufräumen – das war genau das, was wir brauchten. Zeit als Familie. Die Hotelanlage war annehmbar, mit vielen anderen Babys und Kindern. Der Pool war kalt, aber schön (wir gingen jeden Tag schwimmen). Die Animation nahmen wir eigentlich nie in Anspruch. Und mit dem Essen konnten wir uns irgendwann auch anfreunden (es gab halt jeden Tag Reis mit Salat und etwas Gemüse. Fürs Frühstück hatten wir zum Glück Hafermilch und Aufstriche mit im Gepäck.)

So schlimm war es am Ende also nicht. Das lag auch daran, dass unsere lieben, neuen Freunde Annika und Pablo mit Baby Paulina dabei waren. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Zusammen nahmen wir uns einen Mietwagen und erkundeten drei Tage lang die Insel. Rhodos ist wirklich schön, aber leider auch sehr touristisch. Unsere Babys machten alles (mehr oder weniger) geduldig mit. Das Meer mochten die beiden leider nicht so gerne wie wir. Merke: Sonne + Sand + Wind = keine gute Kombination, wenn man mit Baby unterwegs ist. Sowieso war in diesem Urlaub alles anders. Zugegeben, Urlaub mit kleinem Baby ist kein Urlaub. Windelwechseln, Füttern, Trösten müssen wir immer,egal wo wir uns befinden. Doch alleine die Tatsache, an einem anderem Ort zu sein, fern von Alltagspflichten und der Wohnung, tat uns richtig gut. Wie heißt es so schön: Entspannte Eltern – entspannte Kinder. Frida bestimmte unseren Rhythmus und wir lernten viel. Dass wir jetzt in der Babyzeitzone leben, und jegliche Aktivitäten/Vorhaben/Ausflüge einfach dreimal so lang dauern wie vorher. Dass wir weniger Klamotten für Frida mitnehmen, wir hatten viel zu viel dabei. Und dass wir uns allgemein einfach mehr Zeit lassen müssen. Denn sechs Tage vergingen wie im Flug, Frida hatte sich aber erst nach anderthalb Tagen richtig eingelebt. A propos Flug: Der war trotz Aufregung meinerseits absolut kein Problem. Im Gegenteil: Frida war super neugierig und flirtete mit den anderen Passagieren. Von wegen Schlaf…

Ach, und von wegen Sonneninsel: Das Wetter lies zu Wünschen übrig. Regenschauer, Wolken und Kälte waren an einigen Tagen unsere Begleiter. Vielleicht besser so: Den Babys gefiel es besser als Hitze!

Der Zufall hatte übrigens auch mal wieder seine Hände mit im Spiel und bescherte mir ein Wiedersehen mit einer alten Schulkameradin (+ Mann und Kind). Wie klein ist die Welt!

Ob wir nochmal eine Pauschalreise buchen würden? Ja, aber das nächste Mal mit einem nachhaltigen Reiseveranstalter in ein Bio Hotel 🙂

Noch ein Tipp:

Das Buch Abenteuer Elternzeit: Ein Ratgeber über das Reisen mit Baby und Kleinkind* hat uns im Vorfeld schon mal gut auf alles vorbereitet, und definitiv inspiriert für die vielen Reisen mit Frida, die noch kommen mögen 🙂

 

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Gekennzeichnet.

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Das Wetter lässt zu wünschen übrig. Das Gute daran: Wir haben den Pool für uns.

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Zwei Männer, zwei Babys, zwei Bier.

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Der Touri Ort Kolymbia.

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Verlassener Strand. Wir sprangen trotzdem ins kalte Meer.

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Pablo, der Babysitter.

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Frida fliegt.

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Beste Freundinnen: Paulina und Frida.

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Sieht besser aus als es war.

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Los gehts: Mit dem Mietwagen um die Insel.

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Unser Hotel Delfinia Resort.

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Ausflug nach Lindos.

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Olivenölverkostung.

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Frida weiß nicht so recht, was sie vom Strand halten soll.

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Der Strand in Tsambika.

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Chiller Babys.

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Rhodos wilde Westküste.

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Endlich wieder Meer und Einsamkeit.

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Wir liefen zum Ausichtspunkt auf den Mt. Tsambika.

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Rhodos Stadt.

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Der Hafen in Rhodos Stadt.

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In Rhodos Stadt gefiel es uns ganz gut.

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Einer der Strände in Kolymbia.

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Niemand ist im Meer, weil es so kalt ist.

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Wir sind fast ganz allein.

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  2 comments for “Die erste richtige Reise mit Baby

  1. 21. Mai 2016 at 8:14

    Toller Bericht, sehr gut getroffen, genauso hab ich mich auch gefühlt!!! :*

  2. Ini
    31. Mai 2016 at 16:55

    Klasse Bericht, war vor vielen Jahren auf Rhodos, da war es sehr heiß.
    Eure Bilder sind toll.
    Ini

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