Mein Weg zur Spiritualität

Vorab: Dies wird ein sehr persönlicher Beitrag, und spiegelt ganz allein meine eigenen Erfahrungen wider. Einige (viele?) von euch werden diesen Beitrag als esoterischen Quatsch betiteln und weiter klicken, andere werden sich vielleicht angesprochen fühlen.

Vor einiger Zeit hat die liebe Mirjam von Freies Herz einen Blogeintrag zum Thema gelebte Spiritualität veröffentlicht. Ungefähr genau zur gleichen Zeit und unabhängig davon hatte ich die Idee, genau über das gleiche Thema zu schreiben. Ich wollte all meine Gedanken sammeln und erzählen, wie ich zur Spiritualität gekommen bin.

Moment mal. Spiritualität- was heißt das eigentlich?

Beim Suchen im Internet wird mir schnell klar, dass es nicht so einfach ist, Spiritualität zu definieren. Eine einheitliche Definition gibt es nämlich nicht. Ich habe mich zuvor noch nie mit der Weite dieses Wortes befasst. Der Duden sagt zur Spiritualität: “Geistigkeit; inneres Leben, geistiges Wesen”. Für mich bedeutet es einfach, in Verbindung zu sein mit meinem höheren Selbst, der geistigen Welt, dem Universum, dem Unendlichen, wie auch immer es heißen soll. Ich richte meinen Blick nach innen und komme tiefer mit dem wahren “Sein” in Kontakt. Ich finde diese Definition ganz passend:

“Spiritualität (lateinisch: spiritus = Seele, Geist) ist die Ausrichtung des Bewusstseins auf das Wesen des geistigen Raums. Um dessen Wesen zu erkennen, richtet sie den Blick zunächst auf die Inhalte und Strukturen der innerseelischen Dynamik, die beim Blick nach innen zu betrachten sind. Spiritualität untersucht die Psychologie der eigenen Person. Im Gegensatz zum bloßen Interesse an der Psychologie, die auch die Grundlage der Psychotherapie bildet, geht Spiritualität jedoch weiter. Sie setzt voraus, dass der Geist eine transpersonale Wirklichkeit begründet, die mehr als eine Funktion materieller Strukturen ist und dass der Gegenwart materieller Objekte eine Subjektivität zugrunde liegt, deren Wesen sich von allen Dingen unterscheidet. In dieser Subjektivität sieht sie die einzig verlässliche Sinnquelle des Lebens und die Grundlage der Realität. Spiritualität blickt über die persönlichen Inhalte, Belange und Strukturen hinaus.” (gefunden bei: http://www.seele-und-gesundheit.de/spiritualitaet/spiritualitaet.html)

Wie die Spiritualität ihren Weg zu mir fand

Wann das alles genau angefangen hat, kann ich gar nicht mehr sagen. Als Kind hatte ich ständig übersinnliche Erlebnisse. Ich konnte Wesen sehen, im Schlaf meinen Körper verlassen und auf Astralreisen gehen, Dinge vorher sehen. Für mich war das ganz normal und ich hinterfragte das alles nicht. Bis mir vom Umfeld eingeredet wurde, dass es keine Geister gibt und das aus meiner Fantasie stammen müsse. Je älter ich wurde, desto mehr vergaß ich diese Fähigkeiten. Vielleicht unterdrückte ich sie auch. Nur eine Sache blieb: Die Fähigkeit, Dinge im Traum vorher zu sehen. Trotzdem empfand ich das nie als etwas Besonderes. Für mich war das einfach normal und ein fester Teil von mir. Ich machte mir keine Gedanken darüber. Mit Anfang 20 lebte ich ein ganz normales, un-spirituelles Leben mit viel Party und Alkohol. Ganz in meinem Inneren interessierte ich mich noch für spirituelle Themen. Aber ich lies sie nicht an die Oberfläche.

Im Jahr 2007 gab es dann zwei Ereignisse, die meine Lebenseinstellung für immer ändern sollten. Mein damals 25 Jahre alter Cousin verstarb plötzlich. Es war das erste Mal, dass ich so richtig mit dem Tod konfrontiert wurde. Es rief unendlich viele Fragen in mir auf. Fragen über unser Leben, unser Universum, was mit der Seele passiert, was nach dem Tod passiert. Es war einfach klar für mich, dass es danach irgendwie weiter gehen musste. In dieser Zeit hatte ich intensive Träume von meinem Cousin. Einmal stand er sogar neben meinem Bett und schaute mich an. Es fühlte sich einfach nur real an.

Das zweite Ereignis war ein schöneres: Ich lernte Robert kennen und es war Liebe auf den ersten Blick. Als ihn sah, hatte ich das Gefühl, wir würden uns schon immer kennen. Es war wie nach Hause kommen. Ich fühlte mich plötzlich komplett, als ob vorher die ganze Zeit ein Teil von mir gefehlt hätte. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Es dauerte eine Weile, bis wir zusammen kamen, aber ich wusste einfach, dass wir füreinander bestimmt sind. In der ersten Nacht, in der wir uns kennen lernten, träumte ich ganz real von unserem Zusammensein und unserer Zukunft.

Ihm ging es genauso, und ich dachte viel über frühere Leben, Seelenverwandtschaft und so etwas nach. Auch über Zufälle. Damals glaubte ich noch daran. “Was für ein Zufall, dass wir uns hier getroffen haben.” Heute weiß ich es besser. Für mich gibt es keine Zufälle. Alles passiert so, wie es sein soll.

Im selben Jahr schenkte mir meine Mama ein Buch namens Bestellungen beim Universum*. Dabei ging es darum, Wünsche zu manifestieren und sie sich einfach “wie eine Pizza zu bestellen”. Ich sog das Buch bis zur letzten Seite auf und versuchte es gleich anzuwenden. Ich konnte zwar nicht erklären wieso, aber es klappte jedesmal.

Trotz dieser Ereignisse hielt sich meine spirituelle Natur weiter im Hintergrund. Wir zogen nach Berlin und waren abgelenkt von einem Leben voll Arbeit, Party und Freunden. Irgendwann dort fing ich mit Yoga an. Ich weiß gar nicht warum, ich spürte einfach nur diesen starken Impuls, dass ich das einfach machen muss. Einmal in der Woche ging ich nun zum Yoga, und merkte relativ schnell die positiven Einflüsse auf meinen Körper und meinen Geist. Ich wurde viel ruhiger, bewusster, ausgeglichener. Ungefähr zur selben Zeit begann ich, mich mit dem Thema Ernährung auseinander zu setzen. Ich hatte mir nie viel Gedanken über gesundes Essen gemacht. Aber in Berlin hatten wir plötzlich Freunde, die vegetarisch oder gar vegan lebten (Danke an Lisa, Sabi und Julian) und durch die ich endlich anfing, gewisse Dinge zu hinterfragen. Ich wurde nicht von heute auf morgen zum Veganer, sondern fing langsam an meinen Fleischkonsum zu reduzieren (der noch nie wirklich hoch gewesen war). Auch hier spürte ich wieder die positiven Auswirkungen auf Körper und Geist (dazu später mehr).

Ein großer Wendepunkt in meinem Leben fand im Jahr 2012 statt. Robert und ich zogen aus Berlin weg, um ein Jahr lang durch Australien zu reisen. Zu Beginn lebten wir in einem WG Haus, und dort trafen wir Anthony, einen dauerkiffenden, aber sehr spirituellen Franzosen. Mit “Ants” philosophierte ich beim Morgenkaffee über unser Universum, die geistige Welt und Vorherbestimmung. Er erzählte mir, dass es kein Zufall sei, dass wir uns hier getroffen hätten. Er fing an, mir meditieren beizubringen. Eine Sache, von der ich bis dato null Ahnung hatte und dachte, man muss irgend etwas spezielles dabei tun. Leider blieb es nur bei Gesprächen. Als wir weiter zogen, um in unserem Auto zu leben, vergaß ich auch wieder, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Außer Yoga: Das machte ich ab und zu, wenn ich daran dachte. In der Zeit im Camper beschloss ich auch, mich ab nun zum größten Teil vegan zu ernähren. Mir ging es sofort so viel besser. Ich fühlte mich viel leichter, klarer, wacher, fitter, aber vor allem bewusster. Ich fing an, mich mit den großen Themen zu beschäftigen: Warum bin ich hier? Was ist meine Lebensaufgabe? In was für einer Welt lebe ich eigentlich? usw…

Nach einem halben Jahr Camperlife trafen wir auf einer Raststätte Alexa und Pascal, ein deutsches Pärchen in unserem Alter. Wir beschlossen spontan, ein paar Tage zusammen zu verbringen. Mit Alexa verstand ich mich auf Anhieb. Auch mit ihr hatte ich wieder das Gefühl, dass wir uns jetzt genau in diesem Moment kennen lernen sollten. Denn sie machte uns auf eine Farm in Thailand aufmerksam: Die Mindful Farm. Ein Ort, an dem ein buddhistischer Mönch Meditation lehrt. Ich musste wieder an Ants denken. Robert und ich verspürten beide den starken Impuls: Da müssen wir hin. 9 Monate später saßen wir bei besagtem Mönch auf dem Boden, irgendwo im Dschungel Nordthailands, und meditierten. Wir schliefen in einfachen Lehmhütten, duschten mit Regenwasser, ernteten unser Essen selbst. Wir meditierten jeden Tag, einmal 9 Stunden lang. Diese Zeit war sehr intensiv. Jeden Abend erzählte der Mönch Weisheiten aus seinem Leben. Plötzlich verstand ich alles. Ich konnte soviel annehmen und Vergangenes loslassen. Danach war ich wie verwandelt. Meine Wahrnehmung der Welt und meines Lebens hatte plötzlich einen riesigen Sprung gemacht.

Die folgenden Monate versuchten wir, täglich zu meditieren. Aber mit der Zeit rückte dies wieder in den Hintergrund. Wir waren wieder im deutschen Arbeitsleben eingebunden und nahmen uns einfach keine Zeit für unsere spirituelle Praxis…In dieser Zeit lernte ich allerdings wieder Menschen kennen, zu denen ich eine starke Verbindung spürte und mit denen ich mich über spirituelle Themen austauschen konnte (Theresa, Annika <3).

Die Jahre vergingen. Ich begann, mehr und mehr Bücher zu spirituellen Themen zu lesen. Machte mindestens einmal die Woche Yoga und meditierte. Fridas Geburt im Jahr 2016 war ein weiteres einschneidendes Erlebnis. Dank “Hypnobirthing*” (und Bestellungen beim Universum*) verlief die Geburt genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Sie zeigte mir, achtsamer durch den Tag zu gehen und mehr im Moment zu sein. Durch Frida werde ich schonungslos mit meinem Ego, und meinen schwachen Seiten konfrontiert. So kann ich bewusst an mir arbeiten. Im selben Jahr überschlugen sich die Dinge und eins kam zum anderen. Eine Freundin riet mir, mich doch endlich mal tiefer mit all diesen Themen zu beschäftigen (Danke liebe Caro!!): Ich hatte wieder intensive Träume, die mir Sachen aufzeigten, die dann wirklich passierten. Ich beschäftigte mich intensiv mit Manifestation, Widergeburt, Zufällen, Wunder, Geistführer, Seelen, Zeit. Während meinen Meditationen hatte ich Visionen. Oder ich manifestierte etwas, was dann wirklich geschah. Nach dem Tod von lieben Familienmitgliedern hatte ich mysteriöse Erlebnisse, die nicht mit dem rationalen Verstand zu erklären sind. Anfang 2017 hatte ich ein so einschneidendes Erlebnis, welches meine Sicht auf unsere Welt noch einmal mehr verstärkt hat. Für ein kurzes Zeitfenster hatte ich eine beeindruckende Vision, die mich überwältigt hat. (Ich möchte hier nicht genauer darauf eingehen. Es waren keinerlei bewusstseinserweiternde Drogen im Spiel).

In den letzten zwei Jahren habe ich soviel über mich und die Welt gelernt. Ich lernte, meinen Blick nach innen zu richten. Dass wir selbst für unsere Gefühle verantwortlich sind. Dass wir Glück nicht im Außen finden, sondern nur in uns selbst. Dass wir so viel mehr sind als nur unser Ego. Dass unsere Gedanken unsere Realität erschaffen. Ich beschäftigte mich mit dem inneren Kind, Achtsamkeit und Mitgefühl gegenüber Anderen. Im Grunde sind wir alle eins. Das, was du anderen zufügst, fügst du auch dir selbst zu. Ich akzeptierte, dass es Dinge gibt, die wir mit unserem bloßen Auge nicht sehen können, was aber nicht heißt, dass sie nicht existieren, sondern nur eine andere Dimension der Realität darstellen.

Im letzten Monat habe ich auf der Insel Koh Phangan eine Ausbildung zur Reiki Heilerin gemacht. Diese Tage haben mein Leben noch einmal verändert. Endlich konnte ich mich jemandem Gleichgesinnten anvertrauen. Meine Lehrerin lehrte mir nicht nur, die heilende Energie des Universums zu nutzen, sondern gab mir auch viele weise Ratschläge mit auf den Weg. Ich lernte, wie wir die Energie anwenden können, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und wieder in Balance zu kommen.

Meine Entwicklung dauert bis heute an. Spiritualität bedeutet für mich nicht, mich einmal in der Woche zum Yoga hinzusetzen. Es ist eine Art Lebenseinstellung geworden, eine Sicht auf unser Leben. Yoga und Meditation helfen mir jedoch dabei, auch entsprechend zu handeln. Mich immer wieder zu testen. Mir meinem höheren Selbst bewusst zu sein. Versuchen, nicht aus dem Ego heraus zu handeln. Bewusst zu leben. Bewusst zu sein, über unser Universum und die Realität, in der wir leben. Es ist ein kontinuierlicher Prozess. Aber ich bin auf dem Weg, dem Weg zu mir selbst. Das ist für mich gelebte Spiritualität.

 

Bücher, die mich auf meinem Weg begleitet haben:

 

Seid ihr spirituell? Wie seid ihr auf den Weg gekommen? Oder könnt ihr sogar Bücher empfehlen? Ich freue mich über eure Kommentare.

 

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  5 comments for “Mein Weg zur Spiritualität

  1. Caro
    26. März 2018 at 12:30

    Toller Blog meine Liebe. :-*

  2. Mirjam
    26. März 2018 at 16:58

    Liebe Julia vielen Dank das du deine Geschichte mit uns teilst! Ich freu mich darauf dich bald zu sehen💞 liebe Grüße mirjam

  3. Annika
    27. März 2018 at 19:11

    Wow, ganz toll! Auch wenn du mir das alles schon einmal erzählt hast, konnte ich deine Erlebnisse jetzt noch besser verstehen und total nachempfinden.
    Ich freue mich schon auf weitere nicht erklärbare Erlebnisse mit dir/euch! 😀

  4. Silvana
    1. April 2018 at 12:23

    Mein Schatz, ich wusste schon immer, dass du etwas ganz Besonderes in dir trägst….❤
    Deine Mum

  5. FranZi
    4. April 2018 at 7:59

    Meine liebste Julia,
    mit Tränen in den Augen sitze ich im Zug, und fühle mich dir so nah, als wenn du neben mir sässest. Unser Geist ist eins! Danke, dass Du mich schon so viele Jahre begleitest und immer meine Wurzel in spirituellen Themen warst und bist! Kiss <3

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