Von Kinderfreundlichkeit, Kultur und Kokosnüssen

Oder warum Thailand unser liebstes Reiseziel ist.

Ich werde von einer dumpfen Stimme aus dem Tiefschlaf gerissen. Als ich die Augen öffne, ist es unerträglich hell, und ein Tablett ragt mir direkt ins Gesicht. “Vegetalian?” wiederholt die Stimme etwas deutlicher. Sie kommt von der Stewardess, die mir mein vegetarisches Frühstück servieren möchte. Keine Ahnung, wie lange sie schon da steht. Ich muss mich erstmal sammeln. Robert sitzt neben mir und schläft. Frida liegt auf meinem Schoß und schlummert tief und fest. Wir sind fast da, in Bangkok. Seit ca. 9 Stunden sitze ich in meinem Sitz und kann mich nicht bewegen, da Frida auf mir liegt. Bei Start ist sie eingeschlafen und seitdem nicht mehr aufgewacht. So hatte ich mir das Fliegen mit Baby vorgestellt. genau Das war der Grund, warum wir uns für einen Nachtflug entschieden haben. Einziger Nacheil: Mir tun alle Knochen weh und ich muss dringend auf Toilette, Naja, hauptsache Frida hat ausgeschlafen. Als wir den Flughafen betreten, richten sich alle Augen auf uns. Oder besser gesagt: Auf Frida. Sie ist hier der Star. Alle lächeln oder fassen sie an. Bei der Passkontrolle dürfen wir dank ihr die elendig lange Schlange überspringen und kommen direkt an einen Schalter für Eltern mit Kindern. Was für ein Service. Frida bekommt vom Grenzbeamten sogar einen Winnie Pooh Bären geschenkt. Unser kleiner VIP. Nachdem wir unseren Rucksack haben (ja, nur ein Rucksack für uns alle drei! Wie wir das geschafft haben, verraten wir euch bald), huschen wir schnell ins Taxi. Wir kennen uns ja aus. Für uns ist es das fünfte Mal in Bangkok. Nach einer knappen Stunde Fahrt sind wir am Ziel: ein riesiges Hochhaus direkt am Fluss. Wir treffen Dirk, unseren Vermieter von AirBnB*, in der Lobby. Dirk kommt aus Belgien und macht sich hier mit seiner thailändischen Frau einen schönen Lebensabend. Seine Wohnung befindet sich im 22.Stock. Beim Betreten staunen wir über die spektakuläre Aussicht. Bangkoks Skyline liegt direkt vor uns.

Die Hitze haut uns jedes Mal aufs Neue um. Zum Glück gibt es hier eine Klimaanlage und einen Pool im 8. Stock. Den checken wir am selben Tag gleich noch aus. Das Dach des Hochhauses gleicht einer grünen Oase. Hier befindet sich ein Garten, und von da schauen wir der Sonne beim untergehen über der Skyline zu. Frida hat einen ganz anderen Rhythmus. Um 20 Uhr macht sie erstmal Mittagsschlaf. Der Jetlag hat uns fest im Griff (und das soll noch für die nächste Woche so bleiben).

Wir sind am verhungern. Die Straße, in der unser Apartment liegt, ist voll von Garküchen und kleinen Restaurants. Als Frida wach wird, gehen wir endlich nach draußen. Es ist schon weit nach 22 Uhr. Wieder wird sie von allen angelacht. Sie muss sich fühlen wie ein Superstar Baby. Und wir, wie die Eltern dazu. An einer Garküche bleiben wir stehen. Dirks Frau hat uns die wichtigsten Vokabeln unserer Essenswünsche auf Thai aufgeschrieben. So zeigen wir einfach den Zettel und bekommen ein mega leckeres Essen, ohne Fleisch, Fisch, Ei und Salz.

Irgendwie mag ich Bangkok. Irgendwie hab ich es vermisst. Es ist stickig, laut, dreckig und auf der anderen Seite so faszinierend, vielseitig, exotisch, anders. Die Straße, in der wir wohnen, ist geprägt von diesem Gegensatz. Gefließte Räume, die Garage und Wohnzimmer zugleich sind, schauen zur Straße, daneben ein heruntergekommenes Massagestudio, Garküchen verströmen den Duft von angebratenem Fleisch, zwei Meter weiter ein Hipster Café, gegenüber ein kleiner, versteckter Tempel. Auf der Straße sitzen die Menschen und essen. Es riecht nach einem Mix aus Abgasen, Fleisch und Schweiß. Hier waren wir vorher noch nie. Ich mag diese Straße. Hier ist Bangkok noch richtig authentisch. Und wir sind fast die einzigen Westler.

Ganz anders auf der Khao San Road. Im Touristenviertel Banglampoo waren wir sonst immer zuhause. Diesmal entschieden wir uns zum ersten Mal für AirBnB*. Wir statten dem Viertel trotzdem einen Besuch ab und sind erschlagen von den vielen Touristen, den neuen Cafés, Hotels und Läden. In drei Jahren hat sich wieder einiges verändert. Wir sehen nichts außer Klamottenstände, Touri-Restaurants, Bars mit lauter Musik, Touristen, die sich massieren lassen, Touristen, die sich Buckets mit Alkohol reinkippen, Touristen, die dem Shoppingrausch verfallen sind, Touristen, die sich betrinken und dann gegrillte Insekten probieren, Touristen, die sich vom billigen indischen Schneider schlechte Anzüge nähen lassen, Touristen, die sich zu einer Ping Pong Show überreden lassen. Nichts desto trotz mag ich auch dieses Viertel. Es ist eher ein Asien für Einsteiger. In den Nebenstraßen der Khao San gibt es dafür richtig süße Cafes und Restaurants. Einem davon statten wir gleich einen Besuch ab: Das vegan/vegetarische Restaurant May Kaidee. Das Essen ist einfach wundervoll und der Service super freundlich. Frida wird sofort von den Kellnerinnen entführt und Robert und ich genießen seit langer Zeit ein ruhiges Essen in Zweisamkeit. Frida ist zu Beginn natürlich etwas skeptisch, aber die Kellnerinnen machen es so schön mit ihr, dass sie nach kurzer Zeit auftaut mit ihnen lacht und sich sogar von ihnen füttern lässt. Sie genießt die Aufmerksamkeit richtig. Was das Essen angeht: Frida ist der geborene Vielfraß. Sie hat hier solchen Appetit, dass wir immer eine extra Portion für sie bestellen müssen. Nur bei uns mitzuessen, reicht ihr schon lange nicht mehr. Ob Fried Rice, Pad Thai oder frische Kokosnuss. Unser Mädchen liebt alles. Nur scharf darf es nicht sein. Wem wir jetzt Lust auf Bangkok gemacht haben, empfehlen wir vor der Reise dieses Buch* zu lesen um sich einzustimmen. 😉

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unser Ausblick der AirBnB-Wohnung* im 22. Stock

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